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Menschen flohen wegen ihres Glaubens

Schlaganfall-Selbsthilfegruppe informierte über Hugenotten und Waldenser

 

   Schon lange vor Luthers Reformation vor 500 Jahren gab es in Südeuropa die Waldenserbewegung, die neben dem Armutsideal eine Verkündigung des Evangeliums in der Volkssprache und die Loslösung von der römischen Kirche anstrebte. Wie diese Protestanten als „Ketzer“ verfolgt wurden, ihre Heimat aus den oberitalienischen Tälern und später gemeinsam mit den französischen Hugenotten aus Frankreich flüchtend verlassen mussten, schilderte im Altenzentrum der Stiftung Hospital St. Elisabeth auf der Burg in einem Bildervortrag Karl-Hermann Völker vom Geschichtsverein Frankenberg.

   Eingeladen hatte zu dem Nachmittag die Selbsthilfegruppe Schlaganfall, die regelmäßig in dem Altenzentrum tagt und, wie ihr Sprecher Karl-Heinz Scriba versicherte, gern in Abständen die Bewohner des Hauses zu einem Kaffeenachmittag mit besonderen Themen einlädt. Im Namen der Einrichtung begrüßte Sozialdienstleiterin Christa Barthelmay die Gäste und eröffnete den Nachmittag mit gemeinsamem Gesang, ehe nach dem Kaffeetrinken im Versammlungsraum der Vortrag folgte über den europäischen Kulturwanderweg „Hugenotten- und Waldenserpfad“, der über 1800 Kilometer von Südfrankreich durch den Burgwald, Frankenberg und Louisendorf bis Bad Karlshafen führt.

   Bilder aus den französischen Alpen illustrierten den schweren und gefährlichen Weg, den die protestantischen Glaubensflüchtlinge im 17. Jahrhundert zurücklegen mussten. Es dauerte mit verschiedenen Zwischenstationen oft mehr als zwei Jahre, bis sie endlich, wie im Beispiel Louisendorf, 1687 dort endlich siedeln durften und eine neue Heimat fanden. Auf der europäischen Hugenotten- und Waldenserroute kann man diese historischen Stationen wandernd nacherleben.

   Gerlinde Beil von der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe schenkte am Ende des Vortrags allen Teilnehmern eine von der Region Burgwald neu herausgegebene Erlebnisraum-Karte, in der die ehemaligen Hugenottenkolonien in Burgwald und Kellerwald mit ihren Sehenswürdigkeiten beschrieben werden.  

Karl-Hermann Völker 

Auf einer Karte zeigte Gerlinde Beil den Mitgliedern der Selbsthilfegruppe Schlaganfall sowie den Bewohnern des Altenzentrums auf der Burg den Verlauf des Hugenotten- und Waldenserpfades durch Hessen.